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Auf den Spuren des schlechten Wetters
Wenn es regnet, sagt man, weine der Himmel. Ich liebe diese Tage, die regenstillen, die in sich versunkenen, wenn die Welt — diese sonst so schreiende, schrille, bunte Welt — plötzlich verstummt. Wenn sie erschrickt und sich scheu verbirgt. Wenn die bis vor Kurzem belebten Gassen sich auf einmal leeren. Wenn der Regen sie behutsam reinwäscht. Wenn der Nebel sich langsam in weichen Wollflocken über Hügel und Dächer legt, träge hinabrollt und lautlos im See versinkt. Wenn die Uhren unmerklich stehen bleiben. Wenn man die müde Zeit schwer seufzen hören kann. Das ist ja eben der stille Segen des schlechten Wetters — man muss nicht hinauf, immer höher hinauf in…
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Tintenblau! Sei eine Göre!
Wenn die Welt mit Tintenblau bekleckst ist, und der Tag ist tintenblau und kantig, wenn auf der tintenblau-verzwickten Straße ohne Ausfahrt die tintenblaue Zeit niedergeschlagen halt macht, zerzause die Haare, trage Lippenstift auf, schminke die Augen in Tintenblau, bewege dich wie eine junge Gazelle, male tintenblaue Sonnen und Herzen, sei eine Göre und lach über die Fehler aus – das wäre ja gar kein Fehler! Denn im Leben aus Fehlern – kleinen, großen, rein menschlichen – wird langsam, ein Fehler nach dem anderen, das dunkle Tintenblau zu hellem Himmelblau, der Tag quillt aus dem Himmelblauen hervor, die in Himmelblau leuchtende Welt trifft das Himmelblaue, und du bist himmelblau-echt-lebendig. Und dir…





