Begegnungen,  Worte

Ich stolpere über die Worte

Ich stolpere über die Worte,

richte mich auf,

ans gebrochene kleb ich ein neues Wort drauf,

und gleite dann langsam, vorsichtig, sacht,

bis aus den Worten Gedanke erwacht.

Aus den staubigen Worten web ich den Schleier,

hinter dem ich heile die wunden,

die Worte-Vaganten, die sündigen, runden,

durchschossenen Worte, im Kampf noch gerettet,

die Worte-Soldaten, so stark und verkettet.

Ich hadere mit den Worten.

Wer braucht euch denn, sagt mir, wer eben?

Ihr Töchter der Nacht, die ewig noch leben.

Nicht einig seid ihr und auch nicht verschworen,

nur scheu und nur wund und so leicht mal verloren.

Nun reicht es! Ich werfe euch alle hinaus.

Gute Reise! Adieu! Schöne Träume!

Werdet zu Wind, zu Vögeln, zu Bäume!

Zu Silben, zu Strophen, ganz schlicht und ganz leise

kommt mir erst morgen, seid Gäste im Hause,

dann klopft mir nur einmal, ich öffne die Pforte.

Ich lad euch herein, und ich streite nicht weiter.

Verbinde euch wieder die offenen Wunden,

ihr Worte als Obdach, aus Fehlern gewunden,

ihr wahren, ihr meinen, ihr menschlichen Worte,

Worte aufrichtige, echte und warme,

Worte Rettung,

und nehm euch in Arme.

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