Schlagwort: Gitarre

  • Spielen

    Spielen

    Habe heute mit gewissem Bedauern und einer Spur von Traurigkeit meine Gitarre eine Weile auf dem Schoss gehalten: die zweite Saite musste schon längst gewechselt werden… Gitarre spielen geht also nun wirklich nicht.

    Selbstverständlich hätte ich auch Geige spielen können, wenn ich nur eine hätte und es könnte, doch ein Traum wäre, immer die erste Geige zu spielen, hingegen wäre wohl keiner bereit, freiwillig die zweite Geige zu spielen in der gegenwärtigen Konkurrenzwelt. Solche „Macher“, die ausnahmsweise den Besserwisser spielen, gehen mir manchmal echt auf die Nerven, aber was soll’s! Das ist ja ein Teil des Spiels des Lebens!  Nicht jeder spielt mit offenen Karten, damit muss man leben! Karten spielen kann ich übrigens gar nicht, Karten lesen gelingt mir allerdings außerordentlich gut, da bin ich ein echtes Talent, wenn es darum geht, eine Rolle zu spielen (natürlich meine ich die Hauptrolle)! Ich muss es also schon gleich am Anfang unterstreichen, die Nebenrolle spielen ist nichts für mich, denkt bitte darüber nach, wenn Ihr mir eine Rolle anbietet!

    Ich hatte eine Freundin, die oft krank spielte, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, es hat nicht geholfen. Letztlich erkrankte sie tatsächlich, das Vorgespielte wurde Realität, tut es also bitte nicht!

    Ab und zu mit dem Feuer spielen kann bereichernd sein, außer man verbrennt sich tödlich, bei mir hält sich bisher die Gefahr in Grenzen. Ja, ich bin empathisch! Doch, auch wenn ich so verständnisvoll allerlei menschlichen Klagen gegenüber bin, lasse ich mir nie auf der Nase spielen! Niemals! Alles ist echt bei mir, kommt zahlreich und überzeugt Euch selbst, mit verdeckten Karten spielen ist nicht meins, und trotzdem überkommt mich manchmal das Gefühl, in einem echten Theaterspiel zu spielen.

    Eure Neli P.

  • Metamorphose

    Metamorphose

    Ich war sehr, brav, sehr strikt, sehr fleißig,
    endlos tüchtig, bis zum Schmerz verlässlich,
    bis zum Himmel hoch fordernd, bis zur Hölle tief kritisch,
    war streng, erbarmungslos, heroisch.
    Und dann war auf einmal los, was los war,
    meiner Krebs-Natur entsprechend machte es plötzlich „klick“ bei mir:
    ich schaute in die Augen meiner Yana,
    und dann trat so eine Veränderung auf,
    dass mein Krebs-Selbstbewusstsein
    in einem einzigen stillen Moment des Schweigens
    jene Rebellin in mir zum Leben erweckte,
    die schon lange auf ihre Zeit wartete;
    gab mir Gitarre und Elan,
    und ich verliebte mich in das Chaos in tiefster Demut,
    und wurde unordentlich, weniger kritisch,
    nicht sehr verlässlich, dafür aber sehr lyrisch!
    So wurde ich meiner Yana ähnlich!
    Und meine Yana wurde groß!
    Es ist doch klar, völlig sinnlоs zu leugnen:
    Nicht sie ist mir ähnlich, sondern ich ihr!